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Mario VerandI
Paranormal Radio
Um 2150 wird das Leben von einer überwiegend hedonistischen, leichtfertigen und vergnügungssüchtigen Gesellschaftsform geprägt. Kulturelle und intellektuelle Tätigkeiten sind selten und fast niemand interessiert sich für Politik oder soziale Fragen. Die Unterhaltungsindustrie bestimmt den eigentlichen Kurs der Gesellschaft, die überwiegend in Städten und Ballungsräumen lebt. Das stationäre, traditionelle Radiogerät ist so gut wie verschwunden. Stattdessen gibt es mobile audio-visuelle Geräte mit zahlreichen Spezifikationen. Ein neues Gerät, die PSC (Paranormal Signal Catcher), ist seit kurzem zur Marktreife gelangt. Ein PSC tastet den "Äther" nach Stimmen aus unbekannten Quellen ab. Wissenschaftler halten diese Quellen für Stimmen der Toten, die aus einer (noch) unbekannten Raum/Zeit Dimension kommen. Das PSC ist (noch) ein reiner Empfänger. Noch ist es nicht möglich mit dem PSC auch zu senden und derart mithilfe der neuen Technik mit den „Toten“ zu kommunizieren oder einen Dialog zwischen den Lebenden und den Toten herzustellen. Für die Massen ist das PSC ein neues Radio und "trendy Spielzeug", das als Technologie für den individuellen Gebrauch jedoch noch zu teuer ist. Deshalb erfreut es sich an zentralen Orten in den Städten als neues Freizeitmedium, präsentiert in so genannten „Radiorooms“. Radiorooms sind sehr populäre, dekadente Unterhaltungseinrichtungen, die in den Städten, wie Theater, Kino und Konzertsälen errichtet werden. Ein Radioroom ist eine Mischung zwischen Nachtclub und Kabarett. Es hat eine Anzahl von Hör-Bereichen, die im Sinne einer Lounge gestaltet sind, d.h. man sitzt oder geht in den Räumen umher, während man den fremden Klängen lauscht. In Radiorooms werden die Stimmen der Toten als bloße Unterhaltung einer trivialen und dekadent Gesellschaft feilgeboten. Paranormal Radio funktioniert als Metapher, die das Radio als im Wesentlichen akusmatisches Medium erforscht: die übertragenden Körper oder die Quellen können nicht gesehen werden und die Geräusche sind die eigentlichen Kommunikationsmittel.
Gastkünstler: Rechenzentrum ausserdem: Christoph Klemke, Feline Lang, Vannessa Perez und Edmundo Torres |
Mario Verandi
Paranormal Radio By the year 2150 people live in a predominantly hedonistic, frivolous and pleasure oriented society. Cultural and intellectual activities are very scarce and almost nobody is interested in politics or social issues. Entertainment industries take over in all cities. The traditional radio receiver has almost disappeared and people have access to a wide range of portable audiovisual devices. A device called PSC (Paranormal Signal Catcher) has recently been developed. A PSC is able to randomly scan through the ether and pick up voices coming from still unknown sources. Scientists believe these are dead people's voices coming from an unknown space/time dimension. The PSC is still not able to establish any sort of communication or dialogue between the living and the dead. However, in this frivolous and consumer oriented society a version of the PSC has been produced and is sold as an entertainment commodity. It is the new technology “trendy toy” for the masses and many call it the new radio. PSCs are still very expensive for at-home use and people enjoy them in venues called Radiorooms. Radiorooms are very popular decadent entertainment places in cities, like also are theaters, cinemas and concert halls. A Radioroom is a mix between night club and cabaret. It has a number of listening areas and people are free to sit or to walk around the areas. In Radiorooms the voices of the dead are used as entertainment objects of a trivial and decadent society.
Paranormal Radio functions as a metaphor that explores the radio medium as an essentially acousmatic medium in which the transmitting bodies or sources cannot be seen and in which sound is the main and only means of communication.
guest artists: Rechenzentrum |